Das sommerliche Grauen für jeden Hundehalter holt uns an unserem dritten Wandertag in Slowenien ein: Jack bekommt einen Hitzeschlag! Vermehrtes Hecheln, ablegen in jedem noch zu kleinen Schattenfleck, Müdigkeit und schließlich Erbrechen. Ein beängstigendes Gefühl von Panik kriecht in meiner Kehle hoch. Sollte unser Ehrgeiz unserem Hund nun zum Verhängnis werden?

Es ist heiß, so richtig heiß. Der steinige Boden reflektiert die Wärme und wir werden von oben und von unten gegrillt. Nahe der Italienisch – Slowenischen Grenze finden wir kaum Schutz vor der Sonne. Bereits um 10 Uhr morgens merken wir, dass es hier in Südeuropa auch Ende Mai schon verdammt warm wird.
Ich beobachte besorgt unseren Jack. Als Straßenhund aus Spanien hat er eigentlich eine gute Hitzetoleranz. Nun aber hechelt er bereits vermehrt und fragt immer wieder nach Wasser – Übrigens eine tolle Angewohnheit, die er sich während unserer alltäglichen Wanderausflüge angeeignet hat.
Jack legt sich immer wieder im Schatten ab und wir kommen nur sehr schleppend voran. Immer wieder legen wir Verschnaufpausen ein. Dann beginnt er zu kotzen. Nur Speichel und das zuvor aufgenommene Wasser. Spätestens jetzt wird klar, dass wir so nicht weitergehen können. Wir befinden uns mitten in der slowenischen Pampa. Unweit von uns ein Segelflugplatz, Bahngleise, weite Wiesenflächen und sonst nichts. Kein Mensch ist zu sehen. Wir müssen unser Problem irgendwie selbst regeln.
Zum Glück haben wir noch ein paar Liter Wasser bei uns. Wir setzen uns in den nächstbesten Schattenplatz und ich hole mein Buff-Tuch hervor. Jack nun Wasser anzubieten macht keinen Sinn, denn er kotzt alles sofort wieder aus. Deshalb versuchen wir ihn über die Haut abzukühlen. Ich tränke mein Buff-Tuch in Wasser und lege es Jack um den Hals. Nun heißt es warten. Am Anfang fühlte ich mich elendig. Ihn so leiden zu sehen für ein Vorhaben bei dem er kein Mitspracherecht hatte, war um ehrlich zu sein furchtbar. Doch er erholte sich. Langsam wurde Jack wieder munterer. Seine Schleimhäute gewannen wieder an Farbe und er konnte Schritt für Schritt wieder Flüssigkeit zu sich nehmen ohne zu erbrechen. Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Wir zogen den Schluss, dass es keinen Sinn machte unbeschützt in der Mittagshitze zu wandern. Auch wenn sich die Temperaturen für uns ok anfühlten, war es für Jack immer eine Spur zu heiß. Wir mussten Rücksicht darauf nehmen, wenn wir wollten, dass dieser Trip für uns alle ein Abenteuer und keine Tortur wurde.
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